Frau D, Ehefrau meines Patienten, saß heute unerwartet imWartezimmer und drängte sich sofort ins Behandlungszimmer. Eine imposante Erscheinung.
Ihr Körperumfang gleicht sich zunehmend ihrer Größe an und wird zu je einem Drittel von grobgliedrigen, goldenen Ketten, dann breiten Armreifen und Anhängern und einer nicht zählbaren Menge von Pailletten bedeckt.
Sie überragt ihren teilgelähmten Mann um einen Kopf.
“Herr *Logopäde*, Sie sind doch auch Psychologe.
Was soll ich denn machen, wenn mein Mann mich immer so grob anfässt?
Manchmal ist das so.
Soll ich dann seine Hand wegmachen, oder soll ich ihn schlagen?”
Patientin Frau I. erzählte mir vorhin, sie freue sich jeden Samstag, dass ihre Lottozahlen nicht gezogen werden.
Sie freute sich richtig herzlich beim Erzählen, weil sie schon so viel Geld gespart habe, was sie ansonsten weiter fürs Lottospielen ausgegeben hätte.
Wie wir in der Übung auf die Schiebermütze zu sprechen kamen, weiß ich nicht mehr. Was ich noch weiß, ist dass ich Frau U. zuhörte, wie sie von dem Fischhändler in der Nachbarschaft erzählte, bei dem sie und die anderen Kinder aus der Nachbarschaft immer “Bruch” aus dem Holzfass fischen durften.
Dann kam der Satz.
Es ist ein Satz, der mich so erschreckt hat, weil den bald niemand mehr sagen wird:
“Mein Vater war Hutmacher und mein Schwiegervater Mützenmacher”